BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Limburgerhof

Die schönsten Vorgärten Limburgerhofs

Oft vernachlässigt und doch voller Potenzial: der Vorgarten. Auch kleine Flächen können einen Unterschied machen – für das Erscheinungsbild des Hauses, für ein angenehmeres Mikroklima und als zusätzliche Fläche, auf der Regenwasser versickern kann. Gleichzeitig bietet der Vorgarten viel Raum für den eigenen Stil: naturnah, modern, verspielt, minimalistisch oder irgendwo dazwischen.

Auf dieser Seite zeigen wir einige der schönsten Vorgärten Limburgerhofs und erklären weiter unten, welche Vorteile ein durchdachter Vorgarten haben kann und mit welchen einfachen Tipps sich die eigene Fläche gestalten lässt. Schreibt uns, wenn ihr auch euren Vorgarten hier zeigen möchtet!

Fünf gute Gründe für einen lebendigen Vorgarten

1. Schön, individuell und erstaunlich pflegeleicht

Ein Vorgarten ist die Visitenkarte des Hauses – und wie er aussieht, ist vor allem Geschmackssache. Üppig und verspielt, klar und modern, mit Gräsern, Stauden, Gehölzen oder einer Kombination daraus: Ein vielfältiger Vorgarten lässt viel gestalterische Freiheit. Auch jahreszeitliche Veränderungen gehören dazu. Blüten im Frühjahr und Sommer, Fruchtstände, Gräser und Samenstände im Herbst und Winter können dafür sorgen, dass die Fläche das ganze Jahr über interessant bleibt.

Ein durchdachtes Pflanzkonzept muss dabei nicht automatisch viel Arbeit bedeuten. Standortgerechte, robuste Pflanzen können mit zunehmender Entwicklung der Fläche sogar den Pflegeaufwand reduzieren. Und niemand muss den kompletten Vorgarten auf einmal umgestalten: Schon einzelne bepflanzte oder entsiegelte Bereiche sind ein Anfang.

Offener oder bewachsener Boden kann zudem weiterhin Wasser aufnehmen und steht im Austausch mit Luft und Atmosphäre. Bei vollständig versiegelten Flächen wird dagegen nicht nur die Versickerung von Regenwasser eingeschränkt, sondern auch der Gasaustausch des Bodens gehemmt.

 

2. Kühler durch Schatten und Verdunstung

An heißen Sommertagen macht es einen Unterschied, ob Sonnenstrahlen auf Asphalt, Pflaster und Stein oder auf Pflanzen und Boden treffen. Versiegelte Oberflächen können sich stark aufheizen und gespeicherte Wärme später wieder an ihre Umgebung abgeben. Pflanzen beschatten dagegen den Boden und verdunsten Wasser über ihre Blätter. Beides trägt zur Kühlung der unmittelbaren Umgebung bei.

Der Effekt lässt sich auch im größeren Maßstab beobachten: Dicht bebaute und stark versiegelte Städte sind im Durchschnitt häufig wärmer als ihr weniger bebautes Umland.

Ein einzelner Vorgarten verändert natürlich nicht das Klima eines ganzen Ortes. Viele kleine unversiegelte und bepflanzte Flächen zusammen tragen aber zu einem angenehmeren Mikroklima im direkten Wohnumfeld bei.

 

3. Lebensraum direkt vor der Haustür

Selbst auf wenigen Quadratmetern können Pflanzen Nahrung und Rückzugsräume für zahlreiche Tiere bieten. Unterschiedliche Blütezeiten versorgen Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten über einen längeren Zeitraum mit Nektar und Pollen. Samenstände, Beeren und Früchte wiederum sind für verschiedene Vogelarten interessant.

Dabei muss ein Vorgarten keineswegs zum vollkommenen Naturgarten werden. Schon einzelne geeignete Stauden, Kräuter oder Gehölze können das vorhandene Nahrungsangebot ergänzen. Je unterschiedlicher Strukturen, Pflanzenhöhen und Blütezeiten sind, desto vielfältiger kann auch der entstehende Lebensraum werden.

Auch eine flache Wasserstelle kann Vögeln und Insekten an heißen Tagen helfen. Wie man solche Elemente sinnvoll einsetzt – ebenso wie Nisthilfen oder Insektenhotels – zeigen wir weiter unten bei unseren praktischen Tipps.

 

4. Mehr Platz für Regen statt Wasser am Haus

Bei Starkregen fällt in kurzer Zeit so viel Wasser, dass Kanalisation und Entwässerungssysteme an ihre Grenzen kommen können. Auf versiegelten Flächen kann das Wasser kaum versickern und fließt stattdessen oberirdisch ab. Genau hier können unversiegelte Vorgärten einen kleinen, aber sinnvollen Beitrag leisten.

Boden und bepflanzte Flächen können Niederschlag aufnehmen, zwischenspeichern und verzögert versickern lassen. Das Umweltbundesamt nennt deshalb Entsiegelung, Versickerungsflächen und Wasserrückhalt ausdrücklich als Maßnahmen zur Vorsorge gegen Überflutungen und Starkregenschäden.

 

5. Gut für unsere Gesundheit

Dass Natur und Gesundheit miteinander zusammenhängen, wird inzwischen intensiv untersucht. Systematische Übersichtsarbeiten finden bei Kindern und Jugendlichen häufig Zusammenhänge zwischen mehr Grün im Lebensumfeld und günstigeren Ergebnissen bei Wohlbefinden, Aufmerksamkeit, Verhalten und Entwicklung.

Auch für die psychische Gesundheit gibt es Hinweise: Meta-Analysen zeigen, dass eine stärkere Exposition gegenüber Grünflächen mit einem geringeren Risiko für depressive Symptome beziehungsweise Depressionen verbunden sein kann. Das bedeutet nicht, dass ein Vorgarten eine Therapie ersetzt. Es spricht aber dafür, dass Natur im direkten Lebensumfeld Teil einer gesundheitsfördernden Umgebung sein kann.

Auch durch nicht vorschriftsmäßig verlegte Wasserleitungen (nur 50-60 cm tief) kann der Einfluss von immer höheren Temperaturen auf stehendes kaltes Wasser zur Bakterienbildung beitragen, insbesondere nach einem langen Sommerurlaub.

Pflanzen können darüber hinaus Schwebstaub auf ihren Oberflächen ablagern und damit lokal Einfluss auf die Luftqualität nehmen und dichte und ausreichend tiefe Vegetationsstrukturen können zum Schallschutz beitragen.

Tipps für einen biodiversen Vorgarten

Pflanzen passend zum Standort wählen

Nicht jede Pflanze fühlt sich überall wohl. Für sonnige, trockene Bereiche eignen sich andere Arten als für schattige oder feuchtere Ecken. Wer zuerst auf Licht, Boden und Feuchtigkeit schaut, hat später meist weniger Arbeit und länger Freude an der Bepflanzung.

 

Heimisch pflanzen, länger Nahrung bieten

Heimische Pflanzen sind für viele heimische Insekten besonders wertvoll. Noch besser wird es, wenn sich die Blütezeiten ergänzen und vom Frühjahr bis in den Herbst hinein immer irgendwo etwas blüht. Verschiedene Pflanzenhöhen schaffen zusätzlich Struktur und unterschiedliche Lebensräume.

 

Wasser anbieten – und Regen behalten

Eine flache Wasserstelle kann an heißen Tagen Vögeln und Insekten helfen. Auch Regenwasser selbst darf möglichst dort bleiben, wo es fällt: Grünflächen, durchlässige Beläge und Versickerungsmöglichkeiten helfen dabei. Genau diese ortsnahe Regenwasserbewirtschaftung empfiehlt auch das Umweltbundesamt.

 

Beeren schmecken nicht nur uns

Felsenbirne, Wildrose und andere beerentragende Gehölze können gleichzeitig Gestaltungselement und Nahrungsquelle sein. Ihre Blüten sind im Frühjahr interessant, später freuen sich verschiedene Vogelarten über Früchte – und manches lässt sich auch selbst naschen.

 

Ein bisschen Unordnung darf sein

Nicht alles muss im Herbst abgeschnitten und weggeräumt werden. Samenstände, trockene Stängel und etwas Laub bieten Nahrung, Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten. Ein Laubhaufen kann beispielsweise zahlreichen kleinen Gartenbewohnern als Rückzugsort dienen.

 

Nisthilfen sind nur der Anfang

Ein gutes Insektenhotel kann einigen Wildbienenarten Nistmöglichkeiten bieten. Noch wichtiger ist aber das Umfeld: Blüten als Nahrung sowie offene Bodenstellen, Sand, Totholz oder andere natürliche Strukturen. Eine Nisthilfe allein macht deshalb noch keinen insektenfreundlichen Garten.

 

Mineralisch heißt nicht Schottergarten

Mineralischer Mulch kann bei passenden Stauden eine pflegeleichte und gestalterisch klare Lösung sein. Entscheidend ist der Unterschied zum Schottergarten: Die Pflanzen bilden die eigentliche Gestaltung, während das mineralische Material lediglich den Boden bedeckt und das Pflanzkonzept unterstützt.

 

Weniger Stadion, mehr Atmosphäre

Außenbeleuchtung muss nicht die ganze Nacht den gesamten Vorgarten ausleuchten. Gezielt eingesetztes, abgeschirmtes Licht und eine begrenzte Leuchtdauer reduzieren unnötige Lichtemissionen und stören nachtaktive Tiere deutlich weniger. Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt unter anderem, Lichtintensität, Abstrahlrichtung und Beleuchtungsdauer zu berücksichtigen.

 

Limburgerhof kann mehr Vorgarten

Vorgärten sind Privatsache – ihre Wirkung endet aber nicht am Gartenzaun. Weniger Versiegelung, mehr Wasserrückhalt und ein angenehmeres Wohnumfeld kommen am Ende dem ganzen Ort zugute. Wenn du willst, dass Gesundheit, Klimaanpassung und der Schutz des eigenen Eigentums in Limburgerhof ernst genommen werden, dann gib uns deine Stimme.

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